Buchcover

Zentrale Fragen der Frauenforschung aus unterschiedlichen Disziplinen

Nach dem 2004 erstmals erschienenen   Handbuch zu Theorie, Methoden und Empirie der Frauen- und Geschlechterforschung war kaum vorstellbar, dass dieses Standardwerk noch zu toppen wäre. Entstanden war es im Kontext des „Netzwerks Frauenforschung in NRW“  vor dem Hintergrund eines noch fehlenden Überblicks über dieses sich immer stärker entwickelnde Wissensgebiet.  

Bereits vier  Jahre später liegt  eine erweiterte und aktualisierte Neu-Auflage vor, die im wahrsten Sinne des Wortes mit einem Mehrumfang von über 300 Seiten noch schwerer wiegt als die Erstausgabe. Ergänzt wurden die  95 Aufsätze von renommierten WissenschaftlerInnen um weitere  22, die  vorwiegend  auf Themen zur  kulurwissenschaftlichen Geschlechterforschung ( u. a.  Film, Literatur und Kunst) und zum Bereich „Technik und Naturwissenschaften“ basieren. Damit gelang es den beiden Herausgeberinnen Ruth Becker und Beate Kortendiek, eine seinerzeit beklagte Lücke zu schließen.   

Die Publikation gliedert sich in drei Hauptteile. Im ersten Teil werden „Zentrale  Fragestellungen und Theoriekonzepte“  behandelt. Darin werden nicht nur deutsche und angloamarikanische Ansätze vorgestellt, sondern u. a. auch Beiträge zum französischen und italienischen Feminismus. Im zweiten Teil geht es um  „Methoden und Methodologie“. Bedeutsame Verfahren,  wie z. B. die Biografieforschung oder die Netzwerkanalyse, werden detailliert beschrieben.
 Etwa die Hälfte des Buches nimmt  der  dritte Teil mit 65 Beiträgen ein. Hier werden die „Zentralen Arbeitsfelder und Forschungsergebnisse“ in unterschiedlichen  Disziplinen ins Blickfeld gerückt.  Sie untergliedern  sich nochmals in  thematisch zentrale Forschungsbereiche. Um nur ein Beispiel aus dem Medienbereich zu nennen: Unter  „Bildung, Kultur und Kunst“ stellen Jutta Röser und Ulla Wischermann Entwicklungslinien  in der Medien- und Kommunikationsforschung  sowie grundlegende Studien zum Journalismus vor.   
Bemerkenswert ist auch, dass  innerhalb des Bereichs „Frauenbewegungen und Gleichstellungspolitiken“ inzwischen ein eigenständiger Text zum   Gendermainstreaming von Barbara Stiegler aufgenommen wurde, der bisher gefehlt hatte. Gleiches gilt für Umsetzungsperspektiven des Managing Diversity.

Alle  Beiträge geben Auskunft über die jeweiligen zentralen Definitionen im vorgestellten Themenbereich  und schließen mit einer Bibliografie zum aktuellen Forschungsstand.    Ein Schlagwortregister mit 700 Fundstellen rundet das Nachschlagewerk ab, das sich als wahre Fundgrube für alle an Genderforschung interessierten Journalistinnen erweist. In Regalen von Fachbibliotheken hat es längst seinen Platz gefunden.

Marlies Hesse

Ruth Becker und Beate Kortendiek (Hrsg.)
Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung
Aus der Reihe Geschlecht und Gesellschaft 35
2. erweiterte Aufl. 959 S;  Geb.49,90 €
ISBN 978-3531-16154-9

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