Julia Koch: Frauen im Journalismus - Die
ungleiche Machtverteilung in den Medien
Die
Macht ist in den Medien nach wie vor ungleich verteilt: Sowohl unter
den ProduzentInnen, als auch in der Darstellung der Geschlechter in den
Medienprodukten.
Einen besonderen Blick wirft die
Diplom-Journalistin Julia Koch in ihrer Diplomarbeit „Frauen im
Journalismus – Die ungleiche Machtverteilung in den Medien“, die nun im
Verlag Dr. Müller als Fachbuch erschienen ist, auf die
Arbeitsbedingungen der Journalistinnen.
Koch stellt fest: Die
Frauen in der einstigen Männerdomäne Journalismus werden diskriminiert,
auch wenn der Journalismus längst kein typisch männliches Berufsfeld
mehr ist. Doch die Journalistinnen haben noch immer nicht gelernt,
miteinander zu kooperieren. „Bei vielen fehlt ein Solidargefühl, und es
gibt keine gemeinsame Vision, auf die hin gearbeitet werden könnte“,
sagt die Diplom-Journalistin.
Das Buch gibt einen guten
Überblick darüber, was schief läuft in der Medienbranche und unter den
Medienmacherinnen. Mutlos ist ihr Fazit aber nicht: Das patriachale
System unterdrückt letztlich nicht nur die Frauen, sondern auch die
Männer selbst – verweist die Autorin und ruft ihre Berufsgenossinnen
auf, auf ihre geschlechtsspezifischen Vorteile zu vertrauen.
Denn
während Anne Will mit Krawatte immerhin noch seriös und professionell
aussähe, würde ein Tom Buhrow mit Lippenstift doch irgendwie lächerlich
aussehen.
Weil Koch ihre Diplomarbeit schon im Jahr 2002
vorlegte, bleiben die Ergebnisse neuerer Berufsfeldstudien leider
unberücksichtigt. Trotzdem eine interessante Lektüre – für jede, die
sich mit der genderspezifischen Journalismusforschung vertraut machen
möchte.
Besprochen
von Tina GrollJulia Koch hat Internationale Fachjournalistik an der Hochschule Bremen
studiert. Ihre Diplomarbeit zum Thema "Frauen im Journalismus - Die
ungleiche Machtverteilung in den Medien" ist als Buch im VDM Verlag Dr.
Müller erschienen, ISBN: 3836406497. Das Buch kostet 49 Euro.
