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Mütter  und Töchter im Spannungsfeld von Liebe und Konflikt 

Liebe oder Unverständnis im Zueinander, Gemeinsamkeiten und Abgrenzungen bestimmen seit jeher die Beziehungen  zwischen Müttern und Töchtern. Wie sich die Wechselwirkungen im Verhältnis bekannter Mütter-Töchter-Paare vollzogen haben, zeichnen Ulrike Ley und Susanne Sander in 14 überaus aufschlussreichen Portraits nach.

Anschaulich schildern sie das gut nachvollziehbare Spannungsfeld, in dem sich die Lebenskonzepte berühmt gewordener Frauen bewegten. Nicht selten führten sie zu seelischen Konflikten, oft blieben  sie  auch relativ unbelastet.

Um aus der Vielfalt nur fünf prägnante Beispiele zu nennen: während es der Schriftstellerin Doris Lessing erst im Alter gelang, das schwierige Verhältnis zur Mutter zu  verstehen und auch literarisch zu verarbeiten, führte die Tochter der Forscherin Marie Curie das Lebenswerk der bewunderten Mutter fort und bekam dafür ebenfalls den Nobelpreis.
Die Publizistin Hedwig Dohm, Mutter von vier Töchtern,  vererbte ihr Schreibtalent  zwar auf ihre Älteste, die witzige sowie geistreiche Hedwig Pringsheim, und auch auf Katja Mann, aber weder Tochter noch Enkelin setzten ihre emanzipatorischen Ideen in ihrer eigenen Lebenspraxis um.
„Sie hat mich wie einen Buben erzogen, und wie ein Wunderkind“ notierte die Journalistin Annemarie Schwarzenbach über ihre Mutter, von deren Liebe sie sich „ruiniert“ fühlte. Ganz anders dagegen beschrieb die Schauspielerin Brigitte Horney ihre Mutter,  die  bedeutende Psychoanalytikerin  Karen Horney, mit den Worten: „Sie ist immer in mir und um mich herum. Wie ein Schutz.“
 
Jedes einzelne Kapitel, angereichert mit ausdrucksstarken Fotos, ist bis ins Detail hinein spannend zu lesen. Die einfühlsam widergespiegelten Lebensläufe vermitteln nicht nur Einblicke in emotionale Bindungen, sie regen zugleich zur intensiven Reflektion über die eigene Mutter-Beziehung an. Angesichts einer Fülle aufgezeigter Konflikte und Auseinandersetzungen liegt es nahe, dass die Autorinnen für eine Versöhnung zwischen Müttern und Töchtern plädieren, die  nach ihren Vorstellungen eigentlich „Vertöchterung“ heißen müsste.   Nicht von ungefähr widmen sie den rundum gelungenen Band ihren Müttern in „Dankbarkeit, Liebe und Respekt“.                                                                                                        
Ulrike Ley, Susanne Sander: Zwischen Liebe und Konflikt. Mütter und Töchter
 Knesebeck 2010, 128 S. mit 80 farbigen und schwarz-weißen Abb., 24,95 €
ISBN 978-3-86873-251-1

 

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