
Sie hat einen langen, konsequenten Weg hinter sich. Ist freie Journalistin, Publizistin und promovierte Soziologin. War politische Aktivistin im Prager Frühling, wofür sie ab 1969 eineinhalb Jahre in tschechischer Untersuchungshaft saß. Und auch im Westen ist Sibylle Plogstedt ein wichtiger Name der 68er-Bewegtheit. 1976 zählte sie zu den Gründerinnen der feministischen Zeitschrift Courage. Sie gehört zudem von der ersten Stunde an zu den Anstifterinnen und Akteurinnen des Journalistinnenbundes und ist eine begehrte Gesprächspartnerin für politische feministische Themen. Gerade wird ihr neuestes Buch Knastmauke diskutiert, in dem politische Häftlinge der DDR über ihre Traumata berichten. Mit Büchern über ihre eigenen Hafterfahrungen, über Themen wie Alkoholismus, sexuelle Belästigung, Erbenstreit, Frauenbetriebe hat sie sich seit Jahren einen Namen gemacht. Ihre dokumentarischen Fernsehfilme gelten als ebenso behutsame wie spektakuläre Momentaufnahmen vom Zustand der Gesellschaft.
Für dieses beeindruckende Lebenswerk ehren wir Sibylle Plogstedt mit der Hedwig-Dohm-Urkunde. Wenige Journalistinnen haben sich so unbeirrbar wie sie auf schwierigste, komplexe Themenbereiche eingelassen und dabei einen unverkennbar hohen Anspruch aufrechterhalten.
Laudatio von Helga Kirchner
Dankesrede von Sibylle Plogstedt
Sibylle Plogstedt